Übersteiger Nr. 100

Aus dieser Ausgabe:

Vorwort

Hundert Punkte x 0.5 im völligen Stream of Consciousness zum 100 jährigen Geburtstag des FC St Pauli und zur Hundertsten Übersteiger Ausgabe

Finanznöte beim Fanladen

Das St. Pauli Jahr100: Eine Ausstellung zwischen Innovation und Tradition

Players Corner Heute: Moritz Volz

Neues von den Alten



Finanznöte beim Fanladen

Ende Juli gab es eine Meldung, die für enormes Aufsehen in der Fanszene sorgte: Der Fanladen steckt in finanziellen Schwierig-keiten. Eine große Hilfewelle rollte an, es wurde auf vielen Wegen zu Spenden aufgerufen. Zwei Monate später schaut der ÜS auf Geschehenes, den Stand der Dinge und die Zukunft.

Liebe St. Pauli-Fans,
leider ist der Fanladen in finanziellen Problemen.

In den letzten Jahren wurde unser Umsatz immer geringer, große Sonderzugfahrten können leider wegen kurzfristigen Ansetzungen und unattraktiven Anstoßzeiten kaum noch durchgeführt werden, so brachen wichtige Einnahmen weg.
Ebenso ist der Umsatz an Getränken dank Spielen am Mittag stark zurückgegangen, bis jetzt haben wir aber die Getränkepreise nicht erhöht. Der Fanladen wird auch nicht mehr so rege frequentiert und auch dadurch brach der Umsatz leider ein.
Wir wollen aber unser Angebot nicht einschränken, weder sollen (soziale) Projekte von uns beschnitten werden, noch wollen wir die Öffnungszeiten reduzieren.
Daher hoffen wir auf Eure Hilfe, um Euren und unseren Fanladen so zu erhalten wie er ist.
Durch den Aufstieg in die 1. Liga hoffen wir, dass der Umsatz wieder weiter nach oben geht, allerdings wird eine Erhöhung der Getränkepreise unausweichlich sein, ebenso fragen wir nach Spenden Eures Fanclubs, da in den letzten Jahren einfach zu wenig Geld reinkam:
Es wäre toll, wenn ihr als Fanclub spenden würdet. Als kleines Bonbon bekommt ihr ab einer Spende von 25€ eine Urkunde von uns, die ihr in euer Vereinsheim, eure Kneipe oder euer Wohnzimmer hängen könnt, so habt ihr immer ein Stück Fanladen zu Hause! Ab einer Spendensummer von 50,- Euro stellen wir auch absetzbare Spendenbescheinigungen aus.
Diese Spenden dienen dem Fortbestand des Fanladens in seiner Form!
Wir wissen, dass das gerade in diesen Zeiten alles andere als selbstverständlich ist und freuen uns über Euren Support jetzt, aber auch in den letzten Jahren und in der Zukunft!

Nutzt Euren Fanladen!

Ohne Euch wäre der Fanladen gar nichts!

Spenden bitte an:
Kontoinh.: JUSP Fanladen St. Pauli,
Kontonr. 1045210935,
Hamburger Sparkasse, BLZ 20050550

Solltet ihr die Urkunde haben wollen, dann bitte eine Mail an:
fanladen@gmx.de mit Namen unter dem ihr gespendet habt.

Vielen Dank,
Euer Fanladen St. Pauli
(Carsten, Elin, Justus, Kolja und Stefan)

Schon kurze Zeit später kam folgende Ergänzung:

Hallo St. Pauli – Fans.
Erst einmal vielen Dank für Eure Unterstützung in den letzten Tagen nach unserem Spendenaufruf – das hat wieder einmal gezeigt, dass die St. Pauli Fanszene etwas ganz Besonderes ist! Es kamen aber auch sowohl in persönlichen Gesprächen als auch per Mail und im Forum viele Fragen auf, die wir mal versuchen, zu beantworten, um unsere Situation deutlicher zu machen:
Es ist nicht so, dass der Fanladen in akuter Gefahr ist, dass wir hier zumachen müssen, unsere Miete nicht mehr bezahlen können oder Ähnliches. Grundsätzlich ist unser Haushalt durch die Finanzierung als Fanprojekt nach dem NKSS (Nationales Konzept Sport und Sicherheit) gewährleistet. Näheres dazu unter Anderem hier:
finanzierung-fanprojekte
Allerdings haben wir hier im Fanladen einige Kosten, die eben nicht durch diese Finanzierung bezahlt werden können. So haben wir einen Laden in Stadionnähe, der einiges an Miete kostet – früher konnte das durch den Umsatz des Fanladens (z.B. Getränkeverkauf, Fahrten, Fanartikel, etc.) bezahlt werden, inzwischen nicht mehr.
Wir haben in der Vergangenheit viele Projekte angeschoben, die wir auch nicht mehr missen wollen, die aber sehr arbeitsintensiv sind. Um die gesamte Arbeit zu leisten, haben wir inzwischen eine Arbeitsstundenanzahl, die leider nicht mehr vollständig durch die allgemeine Fanprojektfinanzierung bezahlt werden kann.
In den letzten Jahren (quasi seit Beginn des Fanladens) konnten wir also diese „zusätzlichen“ Kosten wie Miete usw. größtenteils aus dem „Geschäftsbetrieb“ bezahlen – gerade die beiden ausverkauften Sonderzüge in der Erstligasaison gegen Schalke wirkten da noch Jahre nach und halfen uns. Die 4 Jahre Regionalliga und die 3 Jahre 2. Liga waren da leider nicht so erfolgreich, daher kamen wir zu der Spendenaktion, um dieses Wegfallen auszugleichen.
Es sind also nicht die Projektmittel, die fehlen, und wir brauchen unserer Meinung nach auch kein neues Konzept, wie einige forderten, sondern eben einfach wieder höhere Einnahmen im „Geschäftsbetrieb“.
Also, kauft unser neues Tourshirt, unser Solishirt, fahrt mit uns auswärts und trinkt ein Bier oder einen Softdrink in Eurem Fanladen!
Nutzt Euren Fanladen!

   Fassen wir die beiden abgebildeten Texte des Fanladens zusammen, bleibt folgendes: Der Fanladen steht nicht vor dem unmittelbaren finanziellen Exodus und wird in irgendeiner Art und Weise auch ewig weiter existieren, solange Fanprojekte durch das oben erwähnte NKSS unterstützt werden. Die Miete für die Brigittenstraße wird gezahlt, auch Gehälter werden pünktlich überwiesen. Also viel Lärm um nichts? Oder doch ein Hilfeschrei, der grade noch rechtzeitig kam?

Die Ausgangslage

    Der Fanladen ist ein sozialpädagogisches Projekt unter dem Dach des Jugend und Sport e.V., der gleichzeitig auch Träger des Fanprojekts beim hsv ist. Die Grundfinanzierung sieht eine Drittelfinanzierung durch Bundesland, Stadt und Verein vor. Darüber hinaus bekommt der Fanladen seit Jahren einen Betrag von Upsolut, als Gegenleistung dafür, dass man auf übermäßige Merchandise-Produktion verzichtet. Weitere potentiell feste Einnahmen sind Getränkeverkäufe und Auswärtsfahrten.

    Nun lässt sich aus dem Text des Fanladens bereits herauslesen, dass die beiden letzten Punkte deutlich eingebrochen sind, trotzdem bleibt die Frage offen, warum denn das ganze Geld nicht ausreicht? Salopp gesagt: Hinterm Tresen stehen, ein Bier rausreichen, mal ein T-Shirt beim Drucker ordern und ab und an mal einen Bus bestellen, der dann eh von den Mitfahrern bezahlt wird, wie kann es da einen „gut vierstelligen Fehlbetrag pro Monat“ geben, wie es aus dem Fanladen hieß? Bewahrheitet sich etwa doch der alte Running Gag, dass jeder Mitarbeiter (zur Zeit fünf) 30% vom Verkaufspreis an jedem T-Shirt erhält? Nein, sicher nicht, und für doofe Sprüche ist das Thema auch zu ernst.

    Auf der Kostenseite stehen zwei große Posten, die auch bei jedem Dienstleister oft oben stehen: Miete und Personal. Rechnet man die Drittelfinanzierung mal mit dem Höchstsatz aus (60.000,-€ mal drei) kommt man auf 180.000,-€, zzgl. der weiteren Posten wie z.B. der Upsolut-Zahlung und eben den regelmäßigen Einnahmen aus dem Ladengeschäft, wie T-Shirts, Getränken und den Eintrittskarten, wobei grade letztere ja fast 1:1 ein durchlaufender Posten sind.

Das Dilemma

    Der Fanladen und seine Strukturen sind ein lieb gewonnenes Gut, welches natürlich auch seinen Preis hat. Miete eines annehmbaren Ladens in beliebter Lage, fünf beschäftigte Personen (davon drei Vollzeitstellen) mit vielen Wochenend-Diensten, diverse Tätigkeiten rund um die normalen Öffnungszeiten. Dank des sportlichen Erfolges fährt dann eben meist nicht mehr nur ein Bus, sondern mehrere, dazu vielleicht noch eine Bahntour und ein Spiel der II.Mannschaft.

    Auch was die normalen Öffnungszeiten des Fanladens anbelangt lohnt der Vergleich mit anderen Vereinen. So ein Ladengeschäft mit Tresendienst, Verkaufsraum und verlässlichen regelmäßigen Öffnungszeiten ist keineswegs Standard und wird in diesem Umfang auch nicht von den eigentlichen Zielen des NKSS gedeckt. Neben dem im Text erwähnten Einbruch bei den regelmäßigen Verkäufen durch die geringere Frequentierung des Fanladens, kam in der abgelaufenen Saison auch noch ein weiteres Ärgernis durch die Stadt hinzu: Zu allen Heimspielen der Regionalliga-Mannschaft fand ebenfalls eine Betreuung im Stadion durch einen Fanladen-Vertreter statt, was auch beim Stadtrivalen seit Jahren in der Liga der Fall ist. Auch für diese Fanbetreuung gab es von der Stadt bisher an den hsv immer einen bestimmten Betrag, mit dem auch in der Kalkulation für den Fanladen jetzt gerechnet wurde. Beim Verteilen der Töpfe erkannte Hamburg am Ende der Saison aber, dass nicht genug Geld für beide Projekte da war. Das Budget war alle und der hsv bekam das Geld ja schon länger, da könne man nicht streichen. Also wurde der Betrag dort beibehalten, für den Fanladen aber gab es kein Geld. Na, wenigstens steht die Elbphilharmonie bald.

    Kein Wunder jedenfalls, wenn bei den vielfältigen Aufgaben die eigentlichen Arbeitsstunden nicht ausreichen. Alle Projekte, die vom Fanladen ausgehen, wie z.B. Kiezkick, die U18, Ausschwitz-Gedenktag oder das Antira-Turnier will sicher niemand missen, alle fließen aber (zumindest personell) in die laufenden Kosten ein. Will man derlei Projekte behalten? Sollen die Öffnungszeiten so beibehalten werden? Will man weiterhin einen starken Fanladen als Fanvertretung gegenüber dem Verein, der auch Gewicht in der Fanszene hat? Nicht wie bei manch anderem Verein, wo die vom Verein installierten Fanbeauftragten (=Vereinsangestellte) nur Grüß-August-Status habe und selbst manches Fanprojekt um Anerkennung in der Fanszene kämpfen muss? Will man weiterhin die personelle Präsenz bei Heimspielen (Container in der Nord, Kiosk in der Süd) und insbesondere auch bei Auswärtsspielen, die die Fanladen-Mitarbeiter derzeit bieten? Soll es für Auswärtige Fans weiterhin die Bestellmöglichkeit von Tickets im Fanladen geben?

    Die meisten bis alle dieser Fragen dürfte der ÜS-Leser hoffentlich mit „Ja“ beantworten, und sehr wahrscheinlich wird es auch so geschehen. Allerdings sind diese Dinge nicht alle auch zwingend durch die normale Finanzierung gesichert. Sie sprengen den Rahmen dessen, was eine durch die Drittelfinanzierung abgesicherte 08/15 Fanbetreuung zu leisten im Stande sein muss. Da reicht dann (zugegebenermaßen überspitzt) auch eine Pinnwand in der Kurve mit der Abfahrtszeit des Busses zum Auswärtsspiel und eine Handynummer für die Anmeldung, während der Fanbeauftragte vor Ort angekommen dann schnell in die VIP-Räume verschwindet.

    Wenn der Fanladen also weiterhin „unser“ Fanladen bleiben soll, so muss sich etwas ändern, sonst ist ein Stellenabbau ebenso möglich wie verkürzte Öffnungszeiten oder eine personell deutlich abgespecktere Begleitung der Heim- und Auswärtsspiele.

Stand der Dinge

    Wenige Tage vor der Feier zum 20.Geburtstag sprachen wir mit Justus Peltzer (Fanladen) und Dieter Baenisch (Jugend und Sport e.V.) über die aktuelle Situation. Seit dem Aufruf ist einiges geschehen und die inzwischen eingegangenen Spenden haben auch für eine Entlastung gesorgt. Dieter zeigte sich besonders von der breiten Unterstützung der Fanszene beeindruckt, angefangen beim Präsidenten Dr. Spies, der 2.500,-€ Honorar für einen Vortrag spendete bis hin zum normalen Fan oder Fanclub, die im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten ebenfalls reichlich spendeten. Klar ist beiden aber auch: Es gibt ein strukturelles Problem, die regelmäßige Nutzung des Fanladens muss sich verbessern. Sonst sind die Spenden nach einiger Zeitaufgebraucht und man steht vor einer ähnlichen Situation. Und natürlich ist es nicht das Ziel, jetzt jedes Jahr einmal um Hilfe zu rufen. Aber auch für eine regelmäßigere Nutzung ist man auf einem guten Weg.

    Mit USP (jeder 2.Montag im Monat, nächster Termin 11.10.) und dem Fanclub-Sprecherrat (jeder 2.Donnerstag im Monat, nächster Termin 14.10.) haben bereits zwei Gruppen einen neuen und regelmäßigen öffentlichen Termin, der im Fanladen stattfindet. Bei beiden Gruppen ist man auch als Neuling gerne gesehen um sich zu informieren, auszutauschen oder auch mal konstruktive Kritik zu äußern. Und wo wir grad dabei sind: Nach jedem Heft ist auch die erste Sitzung des Übersteigers immer öffentlich, inklusive Heftbesprechung, dieses Mal also am 23.09. um 20.00 Uhr in der Brigittenstraße 3. Wir stehen total auf Bepöbelungen, kommt vorbei, gebt uns Tiernamen und kauft nebenbei dann bitte eine Bionade.

    Sonderaktionen wie der von Fanräume durchgeführte Brunch vor dem Hoffenheim-Spiel sind ebenfalls zu verzeichnen, insgesamt lässt sich auch ein verstärkter Zulauf zu den Öffnungszeiten feststellen. Dieter und Justus räumten beide ein, dass man in der Vergangenheit teilweise das Gefühl bekommen musste, ein Kartencenter mit Getränkeverkauf zu sein, so sehr fokussierte sich die Nutzung auf reinen Eintrittskartenerwerb. Dieser Eintrittskartenverkauf (sowohl für Heim- als auch für Auswärtsspiele) bindet aber eben sowohl in der Reservierungs- als auch in der Verkaufsphase viel Arbeitszeit, die in dem eigentlichen sozialpädagogischem Auftrag eines Fanprojektes gar nicht vorgesehen ist. Natürlich will diesen Posten auch niemand aus dem Fanladen raushaben, nur muss eben auch dies in die Planungen der Arbeitszeit einbezogen werden und bindet Ressourcen. Allerdings ist hier beim ersten Heimspiel eine Verbesserung spürbar gewesen, den Fanladen wieder mehr als das zu begreifen, was er in erster Linie sein soll, nämlich eine soziale Einrichtung und insbesondere am Spieltag auch eine Begegnungsstätte.
An konkreten Neuerungen plant man zurzeit einen Flyer, um eine einfachere und bessere Möglichkeit der Außendarstellung zu haben.

    Die seit dem Schalke-Sonderzug im Raum stehende Aussage, dass es nicht mehr zwingend gewollt ist, Sonderzüge zu machen, gilt im Übrigen nicht mehr. Die Erfahrungen der Fahrten nach Mainz, Rostock und Fürth haben gezeigt, dass Sonderzüge beim FC St.Pauli wieder möglich sind, ohne eine einzige große Sauerei zu veranstalten und zu hinterlassen. Der Vorabverkauf an registrierte Fanclubs hat sich hierbei als absolut positiv herausgestellt und wird beibehalten werden, da hier offensichtlich in vielen Fällen durch die Gruppenzugehörigkeit auch ein höheres Verantwortungsgefühl bei den Einzelnen herrscht. Während für den Zulauf im Fanladen die erste Liga sicher positiv ist, ist die späte Terminierung der Spiele nach wie vor ein großes Ärgernis, da sich Sonderzüge eben besser mit einem längeren Vorlauf buchen lassen. Trotzdem dürfte die höhere Attraktivität der Gegner sicher für den einen oder anderen zusätzlichen Sonderzug sorgen, wenn denn auch bei Auswärtsspielen mal wieder am Samstag um 15.30 Uhr gespielt werden darf. Aktuell läuft übrigens bereits der Vorverkauf für den Sonderzug am 34.Spieltag nach Mainz, inkl. Liegewagen, meldet Euch an!
Neues (oder eben glücklicherweise auch nicht) gibt es auch im Bezug auf Eintrittskarten: Von der angedrohten Streichung der Privilegien nach dem Rostock-Spiel ist nichts geblieben. Auch für diese

    Saison verfügt der Fanladen also über gut 200 Karten für die Süd sowie zusammen knapp 100 Karten für die Steh- und Sitzplätze der Gegengeraden. Aber auch an die kann eben nur kommen, wer den Fanladen kennt und ihn auch nutzen will. Traut Euch, die beißen nicht sondern sind mindestens genauso nett wie die Mitarbeiter des Kartencenters.

    Kleine Werbung am Rande, wenn noch jemand Klamotten braucht: Sowohl vom Fanladen-Soli Shirt (10,-€) als auch vom diesjährigen Tour-Shirt (15,-€) sind noch lange nicht die jeweils 300 gedruckten Exemplare verkauft. (Zu Letzterem lohnt auch ein Blick in die Döntjes, der Trend geht zum Zweit-Tour-Shirt.)

Die Vision

    Gefragt nach dem Fanladen im Jahre 2015 führen beide natürlich zuerst Fanräume e.V. an. Die Brigittenstraße soll irgendwann Geschichte sein, die Zukunft des Fanladens liegt in der neuen Gegengeraden. Man bewirtschaftet den großen Raum zusammen mit der AFM und eventuell noch anderen dort beheimateten Gruppen.
Die Öffnungszeiten sind ähnlich wie heute aber es gibt im Schnitt auch an einem Abend der Woche Programm, seien es Lesungen oder Konzerte oder Diskussionsveranstaltungen.

    Von den fünf Vollzeit Beschäftigten ist einer ganz allein für die Kartenvergabe bei Heim- und Auswärtsspielen freigestellt, das wäre übrigens eigentlich auch heute schon notwendig. Und selbstverständlich ist auch der Fanbeauftragte weiterhin beim Fanladen angesiedelt und nicht Angestellter des Vereins, egal was die DFL da derzeit in den Lizenzbedingungen zu verfasst. Ein sky-Abo wird der Fanladen dann selbstverständlich immer noch nicht haben, schließlich ist der Sender bis dahin eh schon pleite! Ganz im Gegensatz zum Fanladen, den wir Fans auch weiterhin als UNSEREN Fanladen begreifen, unterstützen und nutzen müssen, wollen und können.

    „Nutzt Euren Fanladen!“ ist als Parole inzwischen zwar schon etwas abgenutzt, trifft es im Wortsinne aber immer noch sehr gut. Der Fanladen ist nicht für sich selber da, oder damit die fünf Mitarbeiter hinterm Tresen eine gute Figur machen, sondern er ist eine Institution in diesem Verein und diesem Stadtteil. Es gilt ihn zu bewahren, da er für uns alle da ist. Wenn wir ihn nicht mehr wollen, kann auch dort gerne Dienst nach Vorschrift geleistet werden. So weit ist es aber noch lange nicht und zumindest für den Autoren dieser Zeilen ist der Fanladen das Herz des FC St.Pauli. Sollte es irgendwann aufhören zu schlagen oder eben nur noch ein normales Fanprojekt sein wie so viele andere, so ist auch der FC St.Pauli komplett austauschbar geworden, und das kann niemand wollen.

    Es erwartet sicher niemand, dass über 20.000 Millerntor-Besucher pro Spieltag den Fanladen aufsuchen und ihr Kaltgetränk dort zu sich nehmen. Aber sollte zumindest jeder zweite ÜS-Leser pro Spiel eine Bionade, ein Vitamalz oder eine Afri-Cola im Fanladen genießen und der andere zweite Leser zwischen den beiden Heimspielen mal vorbeischauen, so wäre zumindest eine gesunde Basis gelegt.

Frodo
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