Übersteiger Nr. 102

Aus dieser Ausgabe:

Jolly Rouge

Derbyboykott – Dafür oder Dagegen?

Früher war alles besser // Gedanken zur Stimmung, Gewalt und Fangruppen

Bei der Zweiten steht man besser... // Interview mit Jörn Großkopf

Nachwort



Das wars!

    Und? Wie hat euch diese Ausgabe gefallen? Oder gehört ihr gar nicht zu den Lesertypen, die das Heft geradewegs von vorne bis hinten durchkauen? Also geplant war eigentlich auch, diesen dämlichen Sportverein gleich zum Heftauftakt, also schon im Vorwort, mit Regen... äh... mit Häme zu überschütten. Und auch wenn uns das abermals dilettantische Verhalten der Verantwortlichen für diese lächerliche Spielverlegung nur noch weitere Ansatzpunkte geliefert hätte, wurde die Zeit bis zum Drucktermin des Heftes aufgrund der Neuansetzung dummerweise auch immer knapper. Deshalb gibt es in diesem Heft leider nur spärliches in Punkto Dööörbysiiiiech! !! Inzwischen können wir nach den amtlichen Endergebnissen sogar schon völlig rechtens verkünden, was für uns eh schon längst Fakt war, ist und auf ewig bleibt: Hamburg ist braun-weiß-und-auch-wieder-rot!

    Da es sich bei letzterer Farbe um eine politische handelt, interpretieren wir den Ausgang der erst vor wenigen Stunden entschiedenen Bürgerschaftswahl jetzt auch mal für uns ganz Genre-typisch, also weitest gehend positiv: Die absolute Mehrheit der Hamburger_innen war klar gegen den Bullenfreund an der Spitze des Senats! Und das bejubelt unsere Redaktion erst mal grundsätzlich. Denn wenn ein ehemaliger Konkneipant, wie unser verfluchter Interims-Bürgermeister hier, auch im Wahlkampf auf schlagkräftige Parolen wie „Unsere Polizei stärken“ steht, dann entgegnen wir ihm, als Pfefferspray-gebeutelte Jolly Roger-Stammgäste, heute nur hämisch: „Wählergunst um 20,7% gesunken. Und nu?“ Geh kacken, du Furzknoten!

    Kommen wir dann aber doch mal kurz zum Inhalt des Heftes, welcher heute halt nur nachträglich abgehandelt wird. Was sagt ihr eigentlich zu dem mit glühend heißer Nadel gestrickten Cover? Trotz der aufkommenden Hektik waren wir uns selten gleich bei Krillers erstem Entwurf so einig, dass es kaum besser geht. Denn auch wenn uns die Rollrasenverlegungs-Versager durch ihren mutwilligen Aktionismus jetzt halt um die so lang herbei gesehnten Spiel- und Erlebnisberichte gebracht haben, solltet ihr euch dann zumindest am Titelbild ergötzen können. Wir toben uns derweil weiter im ÜS-Blog aus, hähä.

    Persönlich bin ich ja wahrlich kein Freund von sinnfreien Verschwörungstheorien a la Zahlencodes, wie beispielsweise „Adolf Hitler Hat Geburtstag“ oder so’n Quatsch, aber in der Angelegenheit war irgend etwas faul im Staate Dänemark. Und damit meine ich keinesfalls den Rasen.

    Unsere Nummer 3 im Tor schaffte es so nun bereits zum zweiten Mal aufs Cover. Remember? Schon in Ausgabe 80 haben wir uns mal hinter den durchgeknalltesten Bogenschützen der Stadt gestellt und da stehen wir immer noch. Ach, und wo wir grad bei Freakshow sind: Habt ihr euch nach den ersten Zeilen der fiktiven Geschichte unseres ehemaligen MoPo-Kolumnisten auch erst gefragt, was diese Emoscheiße soll? Aber geile Story, oder? Zu schön um wahr zu sein...

    Die Jolly Rouge-Proteste haben wir, nachdem sich u.a. bereits sämtliche großen Medien über das Thema hergemacht haben, dann lieber mal aus einer ganz persönlichen Sicht dokumentiert. Vor allem der Vergleich mit dem „Liebeskummer“ spricht unsereins aus der Seele. Einfach Großartig.

    Man glaubt es kaum, aber im x-ten Anlauf haben wir in dieser Ausgabe auch zum ersten Mal eine Pro/Contra-Diskussion hinbekommen, wobei der liebe JanEcke nach dem Spielverlauf mittlerweile insgeheim vielleicht ein wenig anders darüber denkt. Er war übrigens auch derjenige, der für uns den „Gegengerade“-Film bereits sehen durfte und von dem Werk ja nun nicht so begeistert war. Anscheinend haben sich da die Befürchtungen von ein paar ausgewählten Hamburger *augenzwinker* Filmkritikern bestätigt, aber hinter deren Realität verbirgt sich meistens nur eines: das Wort Verlust. Leider mussten wir das ausführliche Interview mit dem berühmten Vereinshistoriker Gregor Backes auf die nächste Ausgabe verschieben, worauf ihr euch ab sofort schon freuen dürft. Tja, und ansonsten habt ihr das Heft jetzt ja eh schon gelesen und hoffentlich für genau so grandios wie immer empfunden.

    Nachdem nun eine neue Zeitrechnung begonnen hat und wir das nach und nach auch realisieren, bleiben eigentlich kaum noch Wünsche offen. Vielleicht gelingt den 4.Herren, nach sensationeller Hinrunde, am Saisonende ja auch endlich der ganz große Coup. Zu wünschen wäre es ihnen. Und klaro spielt der FC St.Pauli von 1910 auch in seinem 102.Jahr in der 1.Fußball-Bundesliga! Obwohl es eigentlich auch verlockend wäre, wenn man die Bauern mit der „Schmach vom 16.Februar“ erst mal ein paar Jährchen alleine in der Liga zurück lassen würde...

    Wir werden es erleben. Der letzte Gruß für heute geht als gestreckter Mittelfinger in Richtung unseres Gästeblocks: h$v sind scheiße und nur was für Veh-lierer!

In diesem Sinne,

Eure Übersteiger
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