Vorwort

Jahreshauptversammlung 2012

We are doing things the smurfy way!

Sasan - St.Pauli Fan aus Teheran

Einwurf

Neues von den Alten



We are doing things the smurfy way!

Stadionbau kann ja jeder! Selbst der FC St.Pauli hat nach einer schier endlosen Geschichte voller Missverständnisse seit jenem “Sport-Dome”-Wahnsinn vor 25 Jahren ja inzwischen zweieinhalb neue Tribünen. Und auch der Rest scheint noch möglich.

Eine gänzlich andere Nummer ist hingegen das, was St.Pauli-Fan Farewell aus Hannover nun schon seit längerer Zeit vorantreibt: Eine Südkurve komplett in Schlumpfenhand!

Unter www.blue-rebels.de findet sich nämlich nicht etwa ein Fanclub aus Meppen oder von den Stuttgarter Kickers, sondern Farewells Seite, auf der sie detailliert den Fortschritt ihres Projekts dokumentiert, nämlich den möglichst originalgetreuen Nachbau der Südkurve, mit leichten Maßstabs-Anpassungen aus praktischen Gründen.

Denn: Die Besucher eben dieser Südkurve sind ausnahmslos Schlümpfe, jeder einzelne in mühevoller Kleinarbeit handbemalt und in einen entsprechenden St.Pauli-Schlumpf verwandelt.

Auf die Idee der Schlumpfkurve kam die Hannoveranerin nach dem “Jolly Rouge-Heimspiel” gegen den SC Freiburg am 15.Januar 2011. “Das war so beeindruckend, das vergisst man nicht mehr,” sagt sie.

Südtribüne in Schlumpfenhand

Viel Arbeit liegt vor ihr, nur woher kommen die Schlümpfe alle? “Die Schlümpfe, die bis jetzt verarbeitet wurden, sind eigene Hinterbliebene aus meiner Kindheit. Aber mal im Ernst, guck Dir bitte mal die Originallackierung eines Schlumpfes an (blau-weiß und etwas schwarz). Die Farbkombination schreit doch förmlich danach umlackiert zu werden.”
Im Schnitt sind drei Schlümpfe in Farewells Freizeit ca. zwei Wochen in der Bearbeitung, an besonders produktiven Tagen können es für die gleiche Anzahl aber auch schon mal nur zwei Tage sein. Ungefähr 40 sind derzeit fertig, ca. 250 sollen es am Ende sein.

98 Sitzplätze, 120 Stehplätze und dazu Statisten wie Presse und Security und natürlich auch ein paar Spieler und/oder Schiedsrichter, wie z.B. die nachgestellte Szene des Bierbecherwurfs.

Als wir das Projekt Anfang Oktober in unserem Blog vorstellten und zeitgleich auch die Website blue-rebels.de sowie eine Facebook-Präsenz online gingen, waren gut 100 Schlümpfe vorhanden, knapp die Hälfte der benötigten Anzahl. Dank der immensen Aufmerksamkeit im Internet wurden bereits einige Schlümpfe aus privaten Restbeständen gespendet, doch kürzlich gingen zehn der kleinen blauen Gesellen auf der Auswärtsfahrt zur Hertha verloren. Die Auswärtsfahrt mit DHL können wir also nicht empfehlen.

Ganz billig sind die Schlümpfe im Handel nicht, wenn Ihr also noch Schlümpfe bei Euch rumliegen haben solltet, so wendet Euch doch bitte kurz per Mail an Farewell@blue-rebels.de.

Hierbei eignen sich für das Projekt nahezu alle Schlümpfe, lediglich ein paar extreme Ausnahmen wie Eishockeyspieler könnten nur schwer eingebaut werden, wobei selbst da vielleicht noch eine kreative Nutzung als Ordner möglich wäre.

Nun sind private Basteleien im Fußballkontext vielleicht nicht so außergewöhnlich, wer hat nicht mal in der Jugend mit Lego ein Stadion gebaut oder darüber nachgedacht, ein Subboteo oder Tippkick-Stadion zu bauen. Die Besonderheit bei der Schlumpfen-Südtribüne liegt in der herausragenden Liebe zum Detail und dem stets aktuellen Bezug.

Kaum war der neue Plastikbecher des Fanclub-Sprecherrats im Millerntor erhältlich, war auch in der Schlumpfkurve schon ein Sprecherrats-Schlumpf mit entsprechendem Becher erstellt. Nach der Veröffentlichung im Blog wurde als Dank ein Hobbit-Schlumpf mit ÜBERSTEIGER beim Verkauf erstellt, auch die Bierbecherwurf-Szene aus dem Schalke-Spiel ist nachgebaut.

Auf YouTube lässt sich auch das „Making of“ eines Pyro-Schlumpfs finden. Und als jüngst ein nicht jugendfreier Gruß aus den Kurven an den DFB gesendet wurde und dafür Strafen verhängt wurden, war es mehr als naheliegend, unseren Vorschlag eines großen und selbstredend völlig unverfänglichen „Schlumpf Dich, DFB!“-Banners umzusetzen, der es schlussendlich dann sogar aufs Cover dieser Ausgabe schaffte.

Wir werden Euch sicher über den Blog auf dem Laufenden halten, wie es mit der Schlumpfkurve weiter geht. Und vielleicht gibt es ja irgendwann auch im Vereins-Museum eine Möglichkeit, die fertige Kurve live zu bewundern.

// Frodo
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