Aus dieser Ausgabe:

Vorwort

Frodos Tagebuch

Raumgewinn

Aufstieg und Fall - and the winner ist (not)...



Liebes Tagebuch, da simma wieder!

Meine Redaktionskollegen haben gesagt, sie geben uns beiden noch ne Chance und ich soll meine Bindung zu Dir in einer weiteren Ausgabe vertiefen. Mein Psychologe sagt das auch. Na denn…

Mittwoch, 06.März 2013

Oh, Tagebuch, wie schön es doch wäre, nur einmal mit St.Pauli international spielen zu dürfen. Erste Runde bei Barfuss Wladiwostok, alle hin da mit dem Bus. Tja, wird wohl vorerst nichts, also bleibt „nur“ Celtic als Ersatzdroge.

Gestern ging es mit Stefan nach Turin, heute Abend war dann das Champions League – Rückspiel bei Juve. Schickes neues Stadion haben die, Stimmung war auch ganz gut, auch wenn die Luft nach der 0:3-Heimniederlage im Hinspiel schon raus war. Die Stimmung im Gästeblock hingegen Weltklasse, in der zweiten Halbzeit („Here we go, ten in a row!“ über 40 Minuten!) gab es sogar zwei Mal Standing Ovations der an den Block anschließenden Kurve und Gerade aus dem Heimbereich für den Gästeblock, sowas hab ich während des Spiels auch noch nie erlebt.
Weniger schön war die Einlasssituation, wo man eine knappe Stunde brauchte um rein zu kommen und tatsächlich auch sehr penibel die personalisierten Tickets kontrolliert wurden. Viele mussten daraufhin leider tatsächlich draußen bleiben. Alles in allem eine großartige Tour, ich freu mich schon auf die nächste Saison.

Freitag, 08.März 2013

Grad noch bei Juve, jetzt gegen den Jahn, was für Gefühlswelten. Und mal wieder zeigte sich, dass die 18.00h Anstoßzeit nicht nur bestenfalls unglücklich für viele Arbeitnehmer ist, sondern auch extrem beschissen für unseren Heftverkauf.

Egal, Gogia und Ginczek schossen uns in Front, das Ding schien eigentlich durch, und dann haut der Ginczek an der Mittellinie derart den armen Christian Rahn um, als wolle er ihn für alle jemals schlecht geschossenen Ecken bei uns bestrafen. Aua und rot, klare Sache, und dann postwendend auch noch der Ausgleich, schönen Dank. Doch in diesem Moment erinnerte sich Florian Bruns wohl an den in der Kabine ausliegenden ÜBERSTEIGER und die Überschrift auf der Mittelseite, die noch vom späten Siegtreffer aus Aalen in der Vorwoche geklaut war: „Du darfst das entscheidende Tor nicht zu früh schießen!“

Tja, muss wohl ein kluger Mensch geschrieben haben, jedenfalls ZACK rein das Ding und 3:2, Schluss, Aus, Ekstasejubel, Bruuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuns!

Freitag, 15.März 2013

Im nächsten Leben werde ich irgendwas bei der Deutschen Bahn und lasse mir „Einmal mit Profis arbeiten!“ auf die Stirn tätowieren. Der Mittags-ICE von Hamburg nach Berlin ist Freitags generell nicht gefährdet sonderlich leer zu sein. Wenn dann zusätzlich zum normalen Pendler- & Wochenendverkehr auch noch eine Gruppenfahrt mit 120 Leuten auf diesen Zug gebucht wurde, was mach ich dann wohl? Na, liebes Tagebuch? Genau, ich lasse die Hälfte des Zuges einfach weg! Und zwar die Hälfte, mit den reservierten Plätzen für die Gruppe! Und dann lass ich die Schaffnerin durchsagen, man möge doch bitte freiwillig die Gänge räumen und wieder aussteigen, sonst könne sie nicht losfahren. All das nehm ich mit versteckten Kameras auf und verkaufe es dann an „Verstehen Sie Spaß?“

Fußball war dann auch noch, fand statt in der leisesten Alten Försterei ever. War immer noch laut, aber kein Vergleich zu den Jahren zuvor, es scheint dort ein Gegengeraden-/Haupttribünen-Problem zu geben. Wäre nur schön, wenn wir das auch sportlich bestraft hätten. Haben wir aber nicht, immerhin hat der Ebbers endlich seine Hundertste Bude gemacht.

Montag, 18.März 2013

Wir werden dem Oscar nie wieder so nah sein. Beim 11mm-Fußball-Filmfestival in Berlin war unser Film „Aufstieg und Fall“ vom Troll in der Endauswahl der nominierten Kurzfilme. Gewonnen haben dann zwar andere, wohl auch verdient, den meisten Spaß hatten wir trotzdem. Und immerhin haben wir jetzt auch mal ein Kino leergetrunken. Besonderen Dank an Nick Howard, der uns immerhin mit einem Punkt auszeichnete.

Dienstag, 19.März 2013

Partizan Minsk war zu Gast, leider auch der Hamburger Winter. Das geplante Spiel gegen die 4.Herren musste daher leider ausfallen, stattdessen wurde im Knust gekickert. Schade, aber zumindest das Spiel in Babelsberg soll wohl stattfinden.

Mittwoch, 27.März 2013

Tagebuch! Alter! Das glaubst Du mir nicht! Ich hab hier die Eier von Patrick Funk! Konnte man ersteigern, bei der HSH-Nordbank! Okayokay, nicht ganz so, wie Du es jetzt denkst, aber es ist die reine Wahrheit! Kurz vor Ostern bemalten nämlich ein paar unserer Profis mit Kindern aus der Millerntor-KiTa Ostereier. Und die konnte man dann, unter Nennung eines Spielernamens, ersteigern. Tja, und nun liegen sie hier vor mir. Die Gesamtsumme wurde dann übrigens von der HSH-Nordbank zu Gunsten des Kinderhospiz Sternenbrücke mal elf genommen und gespendet, schöne Aktion!

Freitag, 29.März 2013

Und wo wir grad bei Osterhasen sind: DFB & DFL, was für Löffel…
Da warnt man doch unseren Verein tatsächlich vor, am Ostermontag gegen Paderborn auf den Rängen das Abbrennen von Wunderkerzen zu unterlassen, man stehe unter Beobachtung. Ach, bei unsachgemäßer Anwendung könnten die gefährlich sein?

Richtiiiiiiiiiiiiiiiiiig, wenn ich denen demnächst mal unsachgemäß meinen Schlüssel ins Auge stecke (ich gucke zuviel SAW…), könnte das sicher auch gefährlich werden, und nun? Von der unsachgemäßen Behandlung eines Schuhs, den man gern mal wo versenken würde, ganz zu schweigen. Erreichen wird man damit hoffentlich nur, dass das Millerntor brennen wird, sachgemäß.

Ostermontag, 1.April 2013

Und ich sag noch… Burn, Baby, burn! Ein Tag, wie gemacht für Geschichts- oder Tagebücher! Vor dem Spiel gab es eine wunderbare Choreo des „Alerta!“-Netzwerks, gegen Homophobie. Großartig sah das aus, hoffentlich sehen das auch die Richtigen. Zur zweiten Halbzeit dann das erhoffte Wunderkerzenmassaker, ohne unsachgemäße Behandlung, ohne tote Kinder.

Und dann? Ja, dann wird bei Paderborn der Saglik eingewechselt und bei asiatischen Wettbüros gehen binnen Sekunden Milliardenbeträge auf die bekannte „Der macht noch eins…“-Wette ein, Quote 1,01. Aber war ne sichere Sache, klappte blind. Apropos blind: Gute Vorarbeit von Naki, Torwart anschießen kann er eben.

Und dann? Ja, wenn nichts mehr geht, passieren eben am Millerntor immer noch die schönsten Geschichten. Ecke, Kopfball Tschauner, Tor, Ekstase!

Samstag, 6.April 2013

Auswärtsspiel in Dresden. Ein Sieg wäre gleichbedeutend mit der Rettung? Ja, merkste selbst, liebes Tagebuch, kein Kommentar.

Donnerstag, 11.April 2013

Der St.Pauli CSC und die BASCH hatten in den Fanladen geladen, zu einer Infoveranstaltung der Green Brigade, der Ultra-Gruppierung bei Glasgow Celtic. Es war okay besucht, hätte allerdings mehr Zuhörer verdient gehabt. Thema war zum Einen das Entstehen der Gruppe, zum Anderen die Repressionen, die sie derzeit in Schottland zu erleiden haben.
Fazit des Abends für mich: Fußballfan-Dasein in Deutschland ist kein Honigschlecken, und die Kommunikation des FC St.Pauli mit seinen Fans könnte in Teilen besser sein. Aber: Verglichen mit dem, was die Jungs und Mädels da drüben derzeit durchmachen, ist das Jammern auf allerhögschdem Niveau! Die völlige Schikane der Polizei ist auf einem ganz anderen Level als bei uns, das bloße Singen von Songs (selbst im Ausland) reicht schon zur Verhaftung aus. Und die Art und Weise, wie der Club mit seinen Fans umgeht, hätte bei uns schon lange zur Gründung des AFC St.Pauli geführt, da bin ich mir sehr sicher.

Samstag, 13.April 2013

Magic am Millerntor? Können wir, liebes Tagebuch. Ich sollte Dir generell nur noch von Heimspielen berichten, für die Auswärtsspiele nehm ich dann einen Punching-Ball. Schlag ich meinem Therapeuten mal vor. Jedenfalls war dieser grausame Unsympathen-Club aus München zu Gast, der vor zig Jahren mal sympathisch war und jetzt in etwa auf einem Niveau mit dem hsv, Rostock, Aachen und Braunschweig auf meiner persönlichen Antipathie-Tabelle rockt. Inklusive Chaos wegen Investor und so weiter, die dürfen den Club gern abwickeln und die (ja durchaus auch vorhandenen) netten Leute dort fangen einfach von vorn an. TSV 2013 München klingt zwar nicht mehr so sexy, aber schlimmer werden kann es kaum.

Jedenfalls waren sie alle wieder da, diese „Ohgoddogodd, wir holen keinen Punkt mehr!“-Pessimisten. Wie sehr ich mir das doch eigentlich wünschen würde, um endlich mal wieder Relegation spielen zu dürfen. Aber nein, nichts da, zuhause sind wir ne Macht und verderben denen zumindest die letzten Aufstiegshoffnungen.

Und überhaupt: Zwei Tore von Fin Bartels? Jaja, kann schon mal passieren. Aber eins davon mit dem Kopf? MIT DEM KOPF? Ich sag Dir, Tagebuch, wenn Du den mal sehen könntest, Du würdest Dir auch an den Kopf packen. So als wäre Horst Hrubesch ein Filigran-Techniker gewesen…

Und dann war da ja auch noch ein Spiel, denn die U23 durfte dank der Weitsicht der Hamburger Polizei quasi zeitgleich in der Arena der vielen Namen antreten. Und nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurden neue Derbysieger geboren, 2:1-Sieg in letzter Minute! Und wieder stand Bene im Tor, der hatte anschließend auch auf Facebook sichtlich Spaß.
Und abends war dann auch noch Celtic-Party im Knust, was für ein Tag…

Freitag, 19.April 2013

Auswärtsspiel in Bochum. Ein Sieg wäre gleichbedeutend mit der Rettung. Ja, merkste selbst, liebes Tagebuch, kein Kommentar.

Samstag, 20.April 2013

Ja, Tagebuch, eher so ein suboptimaler Tag. Die Rugby-Frauen hatten ihr Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft, leider ging es ebenso verloren wie das Spiel der Handball-Herren, die sich dadurch doch noch einen Krimi am letzten Spieltag verschafft haben.

Immerhin die U23 hat es rausgerissen, die gewann nämlich gegen den SC Victoria das zweite Derby innerhalb einer Woche durch zwei sehr späte Tore eher glücklich mit 3:1 und hat den Klassenerhalt damit so gut wie in der Tasche.

Samstag 27.April 2013

Derbysieger! Ja, Tagebuch, ich weiß, langsam wird es langweilig, hast ja recht. Heute also die A-Jugend, die gegen den abstiegsgefährdeten hsv am Königskinderweg in Schnelsen mit dem Pausenpfiff durch Mannschaftskapitän Drinkuth 1:0 in Führung ging. In Hälfte zwei flog dann noch ein gegnerischer Innenverteidiger wegen Meckerns mit Gelb-Rot und wir hätten den Sack zumachen können. Aber wenn man den Gegner nochmal hoffen lässt und ihm in den letzten zehn Minuten zig Chancen gewährt, die er einfach nicht nutzt, schmeckt der Sieg natürlich doch immer besser als nach nem unspektakulären 3:0. Sauber, Jungs!
Und Abends gab es dann noch mehr Grund zum Jubeln, und zwar für die Handball-Herren! Mit einem 25:23-Sieg bei Bad Schwartau II. schaffte man zum zweiten Mal in Folge den Klassenerhalt in der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein, erneut mit Zieleinlauf am letzten Spieltag. Letzlich wäre der Sieg gar nicht nötig gewesen, denn die Konkurrenten aus Herzhorn und Hohn/Elsdorf (was für Namen…) verloren zeitgleich, aber so war die Freude noch größer. Am Ende Platz 9 in der 14er Liga, Glückwünsch! Jetzt am Mittwoch noch den Pokalsieg eintüten… und wenn ich Mittwoch nicht schreibe, gehe davon aus, dass sie verloren haben.

Sonntag, 28.April 2013

Liebes Tagebuch, es gibt so Tage… ja, da fällt das Schreiben schwer. Man würde gerne anderen Leuten die Wok-Pfanne durchs Gesicht ziehen, so doll ärgert man sich. Soll vorkommen. Konkret ist es gar nicht so schlimm, gegen den Tabellenführer der 2.Liga zu verlieren. Auch ne 2:3-Niederlage nach 2:1-Führung in der 85.Minute ist zwar kein Grund zum Jubeln, aber kann passieren, ist halt Fußball. Aber gegen diesen beschissenen Unsympathenclub aus der Hauptstadt, mit einem guten Anteil Fans die mit der Bezeichnung Arschloch noch zu nett betitelt sind? Nee, das kotzt einen schon an.

Und soll ich Dir mal sagen, wer daran Schuld hat, dass wir verloren haben? Die Rabauken! Ja, dieser unschuldig aussehende kleine Kinder-Fanclub des Vereins. Die stellen nämlich immer die Einlaufkinder, und heute durfte mein Junior mit einlaufen. Bisherige Einlauf-Bilanz: Beim Heimspiel seines eigenen lokalen Vereins: Mit dem Heimteam eingelaufen, 8:0 gewonnen! Beim St.Pauli-Spiel gegen Aue: Beim Gast mit eingelaufen, der gewinnt 3:0. Und jetzt halt heute, erneut das Patschehändchen eines Herthaners, erneut gewinnt der Gast. Drei Spiele, 14:2 Tore, drei Siege. Wenn den Rabauken der Club also tatsächlich am Herzen liegt, ist die Hand von Philipp Tschauner für die 17 Heimspiele nächste Saison schon vergeben und 51 Punkte sind uns dafür sicher.
Das wäre es dann mit uns, liebes Tagebuch, genieß die Sommerpause!

// Frodo

P.S.: Sonntag, 5.Mai 201

(vorformulierter Eintrag, da nach Redaktionsschluss dieses Tagebuchs:)
Auswärtsspiel in Duisburg. Ein Sieg wäre gleichbedeutend mit der Rettung? Ja, merkste selbst, liebes Tagebuch, kein Kommentar.

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