Aus dieser Ausgabe:

Vorwort

Frodos Tagebuch

"Lange Rede, kurzer Sinn: Es gibt viel zu tun" - ein Interview mit Daniela Wurbs

Auswärts in Sandhausen



Sandhausen

Viele Geschichten ranken sich um das Hardtwaldstadion in Sandhausen über den dortigen Sport Verein. Mit Hilfe befreundeter Gruppen stellen sich die Sandhausener mit ihrer schlagkräftigen Truppe erfahrungsgemäß gerne auch scheinbar übermächtigen Gegnern entgegen. Wir wollten genau dieses Herausfinden und machten uns deshalb am Morgen des 05. April mit der Bahn auf dem Weg ins Ungewisse (jetzt ist Durchhalten beim Lesen gefragt).

Die Stimmung war gut um 6:05 Uhr. Einige hatten die Nacht genutzt schon kräftig vorzutanken. Der Rest der Truppe gab sich mit 3 Paletten Dosenbier die Kante. Probleme mit den Schaffnern gab es nicht. Sie trauten sich erst gar nicht ins Abteil. Mitreisende machten einen großen Bogen um uns. Wir stellten fest, dass wir beim Umsteigen in Mannheim auf die dortige Gruppe stoßen könnten. Die Mannheimer hatten nämlich ein Heimspiel. Es wurde also spannend. Wir drehten eine extra Runde um den Bahnhof, aber die Mannheimer zeigten sich nicht. Wäre ohne die Bullen aber auch zu schön gewesen. In der Regionalbahn verschreckten wir andere Mitreisenden und ließen uns sauber in der ersten Klasse nieder. Einige von uns hatten schon echte Ausfälle. Die Fahrt war wohl zu lang. Egal, in Sandhausen stürmten wir aus dem Zug und setzten mit unseren Böllern ein erstes Ausrufezeichen. Vor dem unübersichtlichen, großen Bahnhof wartete nicht nur ein riesiger Mob Sandhausener auf uns, sondern auch gefühlte Hundertschaften Polizei, die uns massiv in die Shuttlebusse zum Stadion drängte. War vielleicht besser so, wir mussten uns erstmal wieder sammeln und die Lage checken. Dummerweise hielten die Busse direkt in der engen Straßenschlucht vor der Haupttribüne. In der Folge prasselte ein Steinhagel auf unsere Busse, wir raus und setzten uns zu wehr. Es entwickelte sich eine kurze, aber heftige Auseinandersetzung bis wir von der Übermacht der Sandhausener (sie wurden unterstützt von vielen Hoffenheimern) in den engen Zugang der riesigen, überdachten Gästetribüne gedrängt wurden. Wir haben uns aber gut verkauft. Wir stürmten den Gästeeingang und machten uns hinterm Tor breit. Zum Intro gab's eine geniale Pyroshow mit Bengalos und Blinkern. Das Heimpublikum kochte und bepöbelte uns während des ganzen Spiels. Sie hassten uns. Einzig die Stadionmucke war in Ordnung. Punkrock vom feinsten. Die Stimmung war bestens. Die rund 5.000 Mitgereisten waren sehr geordnet und legten einen geschlossenen Auftritt hin. Die Lautstärke musste die fehlenden optischen Hilfsmittel ersetzen. Ist uns gelungen!

Echt Gänsehaut!

Nachdem 3:2 Sieg unserer Helden war klar, dass es nach dem Abpfiff kein Zuckerschlecken für uns werden würde. Trotzdem durchbrachen wir mit ca. Hundert Leuten die Bullenkette am Gästeblock und marschierten durch die Innenstadt. Es knallte an allen Ecken, immer wieder versuchte man uns anzugreifen. Selbst die normalen Anwohner stiegen mit ein. Kein Wunder, wenn man von uns so provoziert wird. Vor dem Nahkauf flogen die Stühle der Bäckerei, wir brauchten aber noch Stoff für die Rückfahrt. Die Tumulte zogen sich hin, bis der letzte wieder in der Bahn war. Dauert ja auch 'ne ganze Weile, bis zehntausende Fans sich nach dem Spiel in alle Himmelsrichtungen auflösen. Auf dem Rückweg zeigten sich dann auch die Mannheimer. Wir waren aber mittlerweile völlig daneben und zogen einen geordneten Rückzug vor. Einige von uns hatten vorher ganz schön was abgekriegt. Im Zug dann wieder ein Riesen Ärger mit Mitreisenden und Bahnbeamten. Man wollte uns in Frankfurt schon aus der Bahn schmeißen. Als Dankeschön hinterließen wir unsere Spuren in den Abteilen. Selbst Schuld! Um 22:00 fielen wir breit wie sonst was aus dem Zug. Endlich mal wieder richtig was los. Unterstützt wurden wir von 4 x UI 96, 3 x FI 99 und 2 x Gate 9. Dank an euch!

Merkt ihr was? Stimmt alles gar nicht. Wenn ihr wissen wollt, wie es wirklich war, denkt euch einfach genau das Gegenteil von dem, was hier geschrieben steht.

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