Aus dieser Ausgabe:

Vorwort

Museumsreif

Kein Millerntor dem DFB

St. Paulis U23: Ausblick und Rückblick

Neues von den Alten



ST. PAULIS U23: AUSBLICK UND RÜCKBLICK

Ich kann mich an keine andere Saison unserer zweiten Mannschaft erinnern, wo zu Saisonbeginn, außer aus der eigenen Jugend und dem HSV-Nachwuchs, keine weiteren Neuzugänge aus anderen Vereinen zu verzeichnen waren. Allein aus St. Paulis U19 stießen jetzt sieben Spieler zu Meggles Kader, zwei Akteure kommen vom HSV-Nachwuchs – das war's. "Ich habe alle Spieler des Jahrgangs 1995 in die U23 übernommen – wenn sie denn wollten", betont Thomas Meggle ausdrücklich; und einige 1996er würden auch schon regelmäßig mittrainieren. Eine sehr junge Truppe erwartet uns also, bei der nach Christian Rahn und Fabian Boll Keeper Christian Schau als 1990er Jahrgang der drittälteste Spieler ist; Tormann zwei, Mietja Bieren, ist als 1996er hingegen der Jüngste im Kader. "Wir setzen auf unsere Jungen", sagt dabei noch einmal ausdrücklich Thomas Meggle, der in diesem Zusammenhang betont, dass er gerne auch weiter auf Nachwuchsstürmer Laurynas Kulikas, der zum VfL Bochum gewechselt ist, gesetzt hätte: "Ich hätte ihn gerne behalten." Warum es anders kam, versucht Rachid Azouzi zu erläutern: "Wir wollten den Vertrag um 2 Jahre verlängern; Laury sollte weiterhin U23 spielen und hin und wieder bei der Ersten mittrainieren. Ich bot ihm auch an, wenn er es denn möchte, ausgeliehen zu werden, falls er sich in der U23 unterfordert fühlt. Er wollte aber direkt in die 3. Liga, was nach Probeeinheiten bei zwei Drittligisten (u.a. Osnabrück) aber nicht funktioniert hat. Jetzt hat er genau das, was er bei uns auch gehabt hätte. Keine Ahnung, warum die Entscheidung so ausgefallen ist." Da kann man nur mutmaßen, und einer der Überlegungen von Kulikas könnte dabei durchaus gewesen sein, dass er sich in Bochum eine höhere Durchlässigkeit von der U23 in die erste Mannschaft erhofft. Besonders viele Kicker haben bei uns in den vergangenen Jahren ja nun auch den Sprung nach oben wirklich nicht geschafft. Ein paar Minuten Zweit- oder Erstligafußball kann das mitnichten ersetzten. Gehen wir mal davon aus, dass Thomas Meggle, der seine Mission als Nachwuchscoach hier beim FC St. Pauli noch lange nicht als erfüllt ansieht, gemeinsam mit Joachim Philipkowski sowie dessen Trainer- und Scoutingstab, in den kommenden Spielzeiten für deutlich mehr Durchlässigkeit nach oben sorgen und uns möglicherweise irgendwann eine neue Generation Klasnic, Bajramovic, Rahn bescheren wird. Zunächst, so Meggle, kann das erste Ziel für die laufende Saison nur der frühzeitige Klassenerhalt sein. Und dann müsse man halt mal weiter sehen. Doch selbst wenn die theoretische Tür für einen Aufstieg in die 3. Liga anstehen sollte, so ist dies für Meggle, auf das individuelle sportliche Fortkommen der Jungs gemünzt, relativ egal: "Ganz gleich, ob 3. oder 4. Liga: die Entwicklung ist gleich." Nur in die Oberliga absteigen sollte man nicht.

Ein kleine Bilanz der vergangenen Regionalligasaison 2013/14: Mit 46 Punkten und 55:58 Toren landete unsere U23 am Ende auf Rang 9 und platzierte sich somit immerhin als beste Hamburger Elf – wenn man denn Norderstedt dazurechnen möchte – einen Platz und drei Punkte vor der Eintracht aus Garstedt. Die zweite Mannschaft des Hamburger SV kam am Ende mit 34 Zählern auf Rang 14, der SC Victoria auf den 17. und somit vorletzten Platz, der den Abstieg in die Oberliga besiegelte. Für den hübschen Erfolg der St.Pauli-Crew, so möchte ich das Ergebnis doch nennen, benötigte man 14 Siege und vier Unentschieden und verlor dabei 16 Begegnungen. Zu Hause verkackte Meggles Truppe neun Mal, auswärts lediglich sieben Mal. Bester Torschütze des FC St. Pauli blieb mit zehn Treffern, trotz sehr langer Verletzungszeit, Laurynas Kulikas, knapp vor Erdogan Pini und Kwasi Okyere Wriedt, die jeweils neun Buden erzielen konnten. Zum Vergleich: Torschützenkönig Menga vom VfB Oldenburg netzte 23 Mal ein. Auch in der Zuschauertabelle liegt St. Paulis U23 vor den drei anderen Hamburger Vertretern – hier allerdings nur auf Platz 11: Im Schnitt sahen 498 Menschen die Heimpartien. Den Rekordbesuch von 4.210 Zuschauern einmal rausgerechnet – ihr dürft raten, bei welchem Derby das war – stellt sich die Situation dann allerdings schon ganz anders dar, und der Schnitt würde bei dann insgesamt nur noch 4.260 zahlenden Supportern (8.470 minus der Derbykulisse) auf sensationelle 266 Besucher pro Heimspiel fallen. Das wäre der vorletzte Platz in diesem Ranking – auch dann immerhin noch vor HSV II mit lediglich 221 Heimzuschauern im Schnitt. Da passt es dann auch gut ins Bild, dass es ausgerechnet der FC St. Pauli II ist, der mit 102 Besuchern (beim 3:1-Erfolg im März 2014 gegen BSV Rehden) den Negativrekord der Saison stellt. Der SV Meppen als Zuschauerkrösus kommt übrigens auf 1.827 Zahlende pro Heimpartie. Respekt.

Letzte Anmerkung: In der Angelegenheit "Umbau/Umzug an der/die Waidmannstraße" gäbe es nach Aussage von Thomas Mergle noch nichts wirklich Neues zu vermelden. Auch die Frage, ob möglicherweise die beschlossene Verlegung des Bahnhofs Altona an den heutigen Standort S-Bahn Diebsteich Auswirkungen auf die Sportplätze rund um den Bereich Waidmannstraße/Memellandallee haben könnte, sei noch nicht erörtert worden. Der ÜS wird euch hier aber auf jeden Fall auf dem Laufenden halten – gegebenenfalls, wie ihr es gewohnt seid, mit eigenen Recherchen…

// Ronny

AN- UND ABREISE

Mit der neuen hoffentlich nur temporären "Heim"spielstätte (Hintergründe siehe ÜS #115) der U23 des FC St. Pauli in Norderstedt gestaltet sich die An- und Abreise für die meisten Anhänger unserer Regionalligaelf aktuell etwas schwieriger – von meinem Redaktionskollegen Maik/Frodo einmal abgesehen. Wie also kommt man aus Hamburg am besten ins Edmund-Plambeck-Stadion (gut 5.000 Plätze) des FC Eintracht Norderstedt 03? Die offizielle Anschrift lautet: Ochsenzoller Straße 58 in 22848 Norderstedt. Und der beste Weg führt für die meisten von euch wohl über die U-Bahn-Station Garstedt (U1); von dort aus fährt die Buslinie 195 an Wochenendtagen alle 40 Minuten bis zur Station "Garstedt, Friedhof". Da es sich um lediglich zwei Busstationen bis zum Stadion handelt, ist allen, die einigermaßen zu Fuß sind, der circa ein Kilometer lange Marsch von der U-Bahn bis zur Spielstätte angeraten: Berliner Allee, rechts in die Friedrich-Ebert-Straße, dann links in die Ochsenzoller Straße. Thomas Meggle: "Ich hoffe, dass der harte Kern für die Übergangszeit nach Norderstedt mitkommt und uns dort unterstützt."


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