Aus dieser Ausgabe:

Vorwort

Sexismus und Homophobie am Millerntor

Like Autumn-Leafs the Trainer leaves

Wir segeln nach Utopia

JHV 2014 - Interview mit zwei Kandidatinnen für den AR

Neues von den Alten



Sexismus
und
Homophobie
am Millerntor

Vor kurzem musste leider das Aktionsbündnisgegen Homophobie und Sexismus Sankt Pauli verkünden, das sie ständig zu fast jeden Spiel Rückmeldungen bekommen, in denen sich viele Menschen im Stadion nichtmehr wohlfühlen.

Aber besonders seit dem Umbau des Stadions gibt es vermehrt viele sexistische und homophobe Übergriffe. Es werden Frauen begrapscht, angeglotzt, dumm angemacht und auch manchmal fotografiert! Aber auch homophobe Bemerkungen wie „der Schiri pfeift schwul“ vermehren sich.
Das ist halt ein Nachteil bei einem Umbau eines Stadions.

Es werden zum Beispiel in der Gegengerade viele Plätze frei, wo eigentlich damals ein „normaler“ Fan stand. Jedoch ist nicht nur die Gegengerade von solchen Vorfällen betroffen, denn seit dem letzten Jahr häufen sich ähnliche Vorfälle auch in den Außenbereichen der Süd. Wenn ich sowas lese, denke ich mir, was mit den Leuten ist, die daneben stehen und das alles mitbekommen.

Hört ihr euch das an?

Schreitet ihr ein und sagt der Person, dass es falsch ist?
Oder findet ihr sowas sogar lustig und hört einfach weg?
Unsere Fanszene positioniert sich gegen Diskriminierung jeder Art. Es nützt nichts, sich zu solidarisieren, dann aber nichts dagegen zu machen, wenn mensch sowas mitbekommt und einfach nur weghört. Das Beste ist, wenn ihr einschreitet und der Person deutlich erklärt, dass er/sie mit solchen Äußerungen und so einer Meinung nichts beim FCSP zu suchen hat.

Denn sowas hat wirklich nichts mit den Werten des FCSP zutun. Wie sagte Sven Brux damals auf der Pressekonferenz zum Schweinske Cup 2012:

Und man muss es mal so deutlich sagen und bei der Realität bleiben: Wir werden landauf, landab dafür gerühmt, dass wir gegen Nazis stehen. Dann muss man sich auch mal gerademachen! Wenn einer Nazi-Sprüche macht, muss ihm klar sein, dass ihm das auch körperlich nicht guttun wird.

Sowas gilt auch für Homophobe und sexistische Kackscheisse, den es nützt wirklich nichts zu sagen, dass mensch dagegen ist, aber sich nicht dafür gerade macht und nicht einschreitet.

Hier ein sehr wichtiger Auszug aus der Stadionordnung:

„§6 (2) a: Verboten ist es weiterhin
a) Parolen zu rufen, die nach Art oder Inhalt geeignet sind, Dritte aufgrund ihrer/ihres Hautfarbe, Religion, Geschlechts oder sexuellen Orientierung zu diffamieren.“

Es wird auch hingewiesen, dass bei Verstoß die betroffene Person mit einem Verweis oder auch Stadionverbot belegt wird. Dies kann aber nicht passieren, wenn die umstehenden Personen nicht reagieren und zu einer Ordnerin/einem Ordner gehen und ihr/ihm davon berichten. Meiner Meinung nach hat jede/r, die/der sich homophob, sexistisch und rassistisch äußert, nichts im Stadion zu suchen.

Leider zieht aber der „Kultclub“ FC St. Pauli auch sehr viele Event-Fans an, die von den Werten des Vereins nichts wissen und sich auch nicht darüber informieren, sondern einfach mal ein Spiel mit den „kultigen Paulis“ gucken wollen.

Aber sind es wirklich nur Event-Fans, die so eine Scheiße abziehen?

Nein, es sind auch bestimmt viele „alte“ Fans, die sich so äußern und das ist echt beschissen.

Eigentlich müsste mensch meinen, dass sie es besser wüssten, denn sie gehen ja länger ans Millerntor und kennen eigentlich die Werte des Vereins. Nur wieso verhalten sie sich dann trotzdem so? Wollen sie damit zeigen, das sie „echte“ Männer sind oder einfach nur damit angeben, im Stadion mal eine Frau angegrapscht zu haben? Eine Frau ist keine „geile Fotze“ und der Spieler ist auch keine „Schwuchtel“, nur weil er mal
schwach geschossen hat. Es ist dummes und intolerantes scheiß Gelaber, denn wer meint, „Fotze“ und „Schwuchtel“ wären angemessene Wörter, der/die keine hat dann echt nichts bei St. Pauli zu suchen und kann sonst wohin verschwinden.

Sexismus, Homophobie und Rassismus ist der größte Scheiß den es gibt und Leute, die sowas in Ordnung finde, sind auch scheiße. Also, fühlt euch alle angesprochen und tut was dagegen, wenn ihr so eine Scheiße in euren Block erlebt und hört. Ergreift dann die Initiative und zeigt ihr/ihm, dass sie/er nicht im Stadion willkommen ist.

In diesem Sinne
No place for homophobia
No place for sexism
No place for rascism

//Don Sven

Der Kampf gegen Sexismus, Rassismus, Homophobie - Alles Themen, die den ÜBERSTEIGER schon nahezu seit seiner Gründung vor über 20 Jahren begleiten. Manchmal werden wir müde, Texte hierzu zu schreiben, da es doch unsere Leser eigentlich (besser) wissen müssten und wir auch keine Lust haben, ständig Eulen nach Athen zu tragen. 
Und dann kommt jemand Neues in die Redaktion, der jünger ist als unser Heft, und der diese Müdigkeit abschüttelt und den Kampf wieder aufnehmen will. Herzlich willkommen in der Redaktion, Sven, Danke für diesen Text!

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